11.12.2014
Wir informieren Sie heute über ein BGH-Urteil von Mai und Oktober, welches besagt, dass die von vielen Banken verlangte Bearbeitungsgebühr für Privatkredite unzulässig sind.
Dazu zählen insbesondere Raten- und Autokredite sowie Darlehen zur Immobilienfinanzierung.
 
Der Grund: Die Bearbeitungsgebühr wird unter anderem für die Prüfung der Kreditwürdigkeit des Kunden erhoben (unter anderem für die Einholung einer Schufa-Auskunft). Das liegt aber allein im Interesse der Bank. Die Kosten dafür können somit nicht auf den Verbraucher abgewälzt werden.
Sie können sich also die Bearbeitungsgebühren, die meist zwischen 1 und 4 Prozent der Darlehenssumme liegen, von Ihrer Bank zurückholen.
Das gilt für alle Gebühren, die Sie vor weniger als zehn Jahren (bis 2004) gezahlt haben. Der Bundesgerichtshof hat die Verjährung eigens in einem aufsehenerrenden Urteil verlängert.

Abgesehen von dem Bearbeitungsentgelt haben Sie gemäß § 818 Abs. 1 BGB Anspruch auf Zinsen als Nutzungsersatz. In dem Verfahren aus dem Mai 2014 vor dem BGH hatten die Parteien noch den gesetzlichen Zinssatz von vier Prozent als Nutzungsersatz für unstreitig erklärt. Unter Berufung auf die neuen Urteile des BGH können Sie aber sogar fünf Prozentpunkte über dem jeweiligen Basiszinssatz seit der Bezahlung verlangen. Sie sollten immer den tatsächlichen Euro-Betrag an Zinsen einfordern, den Sie sich ganz leicht vom Zinsrechner der Website http://basiszinssatz.de berechnen lassen können.
 
Sie müssen selbst aktiv werden, die Banken machen bislang keine Anstalten, die Gebühren freiwillig zurückzuzahlen.
 
Folgendes müssen Sie tun:
Schritt 1:
Fordern Sie Ihre Bank schriftlich auf, die Gebühr zurückzuzahlen. Verwenden Sie dazu gerne ein Musterschreiben welches Sie bei uns im Downloadbereich finden. Ergänzen Sie es mit Ihren Absenderangaben, der Anschrift des Kreditinstituts und den erforderlichen Angaben zum Darlehen und der Bearbeitungsgebühr.
Schritt 2:
Verweigert die Bank auf Ihren Musterbrief hin die Rückzahlung, können Sie sich an den Ombudsmann der privaten Bank wenden, den Ombudsmann der Sparkassen oder den Ombudsmann der Volks- und Raiffeisenbanken und ein Schlichtungsverfahren einleiten.
Schritt 3:
Wenn die Bank sich weiterhin stur stellt, besorgen Sie sich einen Anwalt. Er sollte einen Brief an die Bank schreiben, darin die Rückzahlung verlangen und eine Klage androhen. Meist knicken Geldinstitute dann ein.